Freude als Anzeiger des Wohlergehens
Das Wohlergehen des Pferdes wird oft über Probleme erörtert: Schmerz, Stress, Aggression, Geschwüre, Stereotypien, Gewicht, Lahmheit, Angst. Diese sind wichtig. Doch ein Leben lässt sich nicht allein danach beurteilen, was fehlt. Die Abwesenheit sichtbaren Leidens ist nicht dasselbe wie das Vorhandensein von Freude.
Freude ist schwer vollkommen zu messen, und sie sollte nicht leichtfertig behauptet werden. Doch positive Zustände lassen sich über beobachtbares Verhalten erschließen: freiwilliges Spiel, entspannter sozialer Kontakt, erkundende Bewegung, Wälzen, gegenseitige Fellpflege, Neugier und die Freiheit, Vorlieben auszudrücken.
Positive Zeichen zählen
Ein Pferd, das nie offensichtliches Leiden zeigt, mag dennoch ein enges Leben führen. Bietet die Umgebung wenig Bewegung, wenig soziale Wahl, wenig Neues, wenig Behagen und wenig Gelegenheit zu selbstbestimmtem Verhalten, mag das Pferd „in Ordnung“ erscheinen, weil das Leben klein ist.
Equine Notion sucht nach dem, was das Pferd ausdrücken kann, wenn der Druck verringert wird.
Wählt das Pferd, sich zu bewegen? Erkundet das Pferd? Beginnt das Pferd freundlichen Kontakt? Ruht das Pferd tief? Spielt das Pferd? Sucht das Pferd verschiedene Orte auf? Zeigt das Pferd Vorlieben? Diese Fragen ersetzen keine tierärztliche oder das Wohlergehen betreffende Beurteilung. Sie fügen die positive Seite hinzu, die oft fehlt.
Freude ist keine Unterhaltung
Menschliche Unterhaltung kann Erregung mit Freude verwechseln. Ein Pferd, das zum Vorführen, Rennen oder Reagieren gebracht wird, mag lebhaft aussehen, doch Lebhaftigkeit unter Forderung ist nicht dasselbe wie positiver emotionaler Ausdruck. Der Schlüssel ist freiwilliges Verhalten.
Ein Pferd, das sich entscheidet, im freien Raum zu buckeln, und dann zum Grasen zurückkehrt, ist etwas anderes als ein Pferd, das Druck entflieht. Ein Pferd, das spielerischen Kontakt beginnt, ist etwas anderes als ein Pferd, das gejagt wird. Ein Pferd, das ruhig ein neues Gebiet erkundet, ist etwas anderes als ein Pferd, das durch Neues hindurchgezwungen wird.
Freude verlangt Raum zu wählen.
Warum das die Pflege verändert