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Naturnahes Leben · 20. Juli 2023

Bewegung als tägliche Erhaltung

Warum alltägliche Bewegung über den Tag hinweg mehr zählen kann als geplantes Training allein.

Bewegung als tägliche Erhaltung

Bewegung wird oft als etwas behandelt, das dem Tag eines Pferdes hinzugefügt wird: Training, Weidegang, Ausbildung, Spazierengehen, Rehabilitation, Konditionierung. Doch aus naturnaher Sicht ist Bewegung keine Hinzufügung. Sie ist Erhaltung.

Ein Pferd, das sich durch den Tag bewegt, erhält mehr als Fitness. Es stimuliert Hufe, Gelenke, Kreislauf, Verdauung, soziale Abstände, Neugier, Gleichgewicht und Sicherheit auf abwechslungsreichem Boden. Viele kleine Bewegungen mögen ebenso viel bedeuten wie eine geplante Einheit.

Geplante Bewegung ist nicht dasselbe wie ein bewegtes Leben

Ein Pferd kann bewegt werden und dennoch den größten Teil des Tages in Stille verbringen. Der Körper erhält eine Phase der Arbeit, dann lange Stunden begrenzter selbstbestimmter Bewegung. Das mag besser sein als keine Bewegung, doch es ist nicht dasselbe wie ein Leben, das um Bewegung herum gestaltet ist.

In einem bewegten Leben wandert das Pferd aus Gründen, die dem Pferd gehören: Raufutter, Wasser, Gesellschaft, Schatten, Schutz, Erkundung, Ruhe und soziale Anpassung.

Dieser Unterschied zählt, weil selbstbestimmte Bewegung mit Wahl verbunden ist.

Hufe nehmen den Boden wahr

Der Huf ist nicht nur etwas, das Menschen pflegen. Er ist auch eine sensorische und mechanische Struktur, die mit dem Boden in Wechselwirkung steht. Abwechslungsreiche, aber sichere Untergründe können Stimulation, Abrieb und Information bieten. Gleichförmige Weichheit oder Enge mag dieses tägliche Gespräch zwischen Huf und Erde verringern.

Das hebt den Bedarf an Ausschneiden oder professioneller Hufpflege nicht auf. Es erinnert uns daran, dass Hufe von der Umgebung geformt werden, nicht nur von Werkzeugen.

Bewegung und Geist

Ein Pferd, das sich bewegen kann, um Distanz zu regulieren, zu erkunden, Druck auszuweichen oder wieder zur Herde zu stoßen, hat mehr Verhaltensoptionen. Ein Pferd, das sich nicht frei bewegen kann, mag Frustration auf andere Weise ausdrücken: Warten, Zusammendrängen, wiederholtes Verhalten oder plötzliche Ausbrüche, wenn es freigelassen wird.

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