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Präsenz · 30. Jan. 2024

Der Mensch als nicht bedrohliches Tier

Warum Pferde Menschen tiefer annehmen können, wenn wir aufhören, uns wie Verwalter jedes Augenblicks zu verhalten.

Der Mensch als nicht bedrohliches Tier

Ein Mensch, der den Raum eines Pferdes betritt, kommt oft als Verwalter an: Er öffnet Tore, trägt Werkzeug, bringt Futter, untersucht Körper, verlangt Bewegung, passt Verhalten an, entscheidet, was als Nächstes geschehen soll. Selbst freundliche Verwaltung bleibt Verwaltung. Das Pferd lernt, dass menschliche Anwesenheit die Situation gewöhnlich verändert.

Doch eine andere Rolle ist möglich. Der Mensch kann zu einem nicht bedrohlichen Tier in der gemeinsamen Umgebung werden: sichtbar, ruhig, beständig und nicht immer eine Reaktion fordernd.

Pferde brauchen uns nicht unsichtbar

Das Ziel ist nicht, zu verschwinden. Pferde sind höchst aufmerksame Tiere; sie bemerken den Menschen ohnehin. Das Ziel ist, lesbar zu werden, ohne aufdringlich zu werden.

Eine nicht bedrohliche Anwesenheit starrt nicht mit Verlangen nach Kontakt. Sie dringt nicht geradewegs in den Körperraum des Pferdes ein. Sie folgt nicht jedem Rückzug. Sie verwandelt nicht jede Annäherung in Berührung. Sie macht das Pferd nicht dafür verantwortlich, das emotionale Bedürfnis des Menschen zu stillen.

Diese Art von Anwesenheit sagt: Ich bin hier, und du musst mich nicht lösen.

Der Unterschied zwischen ruhig und harmlos

Viele Menschen versuchen, in der Nähe von Pferden ruhig zu sein. Ruhe ist nützlich, doch Ruhe allein genügt nicht. Ein Mensch kann äußerlich still wirken und dennoch eine Absicht mit sich tragen. Pferde deuten die Absicht oft an Ausrichtung, Atmung, Schultern, Timing und Beharrlichkeit.

Harmlosigkeit ist praktischer. Sie erweist sich durch wiederholte Erfahrung. Der Mensch nähert sich, ohne zu bedrängen. Er hält an, wenn das Pferd um Raum bittet. Er geht ohne Groll. Er berührt nur, wenn es angenommen wird. Er kehrt vorhersehbar zurück. Er bestraft das Pferd nicht dafür, dass es sich mitteilt.

Mit der Zeit muss sich das Pferd vielleicht nicht länger auf die menschliche Ankunft als Störung vorbereiten.

Was sich dabei zeigt

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