Equine NotionAnfragen

Pflegeparadox · 23. Aug. 2023

Die Pflege, die wir selbst erzeugen

Warum viele Pflegeroutinen ein Ausgleich für Umgebungen sein können, die aufgehört haben, das Pferd auf natürliche Weise zu erhalten.

Die Pflege, die wir selbst erzeugen

Moderne Pferdehaltung kann zu einer langen Liste von Notwendigkeiten werden: mehr Bewegung, mehr Fütterungsmanagement, mehr Beschäftigung, mehr Hufeingriffe, mehr Ergänzungsmittel, mehr Verhaltenskorrektur, mehr Planung, mehr Hilfsmittel. Jeder Punkt mag im Zusammenhang sinnvoll sein. Die Liste kann dennoch eine größere Frage verbergen.

Wie viel dieser Pflege ist dem Pferd wirklich eigen, und wie viel haben wir durch die Art der Haltung selbst erzeugt?

Die kreisförmige Struktur

Eine Umgebung schränkt Bewegung, sozialen Kontakt, Grasezeit, Wahlmöglichkeit, Bodenvielfalt oder natürliches Verhalten ein. Dann treten Probleme auf. Menschen antworten mit Pflegeroutinen, die diese Probleme ausgleichen sollen. Mit der Zeit wird der Ausgleich normal, und man schließt daraus, Pferde bräuchten einfach intensive Betreuung.

Die Umgebung, die das Bedürfnis geschaffen hat, wird nicht mehr in Frage gestellt.

Dies ist das Pflegeparadox.

Eine andere Frage

Statt nur zu fragen: „Was braucht dieses Pferd von mir?“, fragt Equine Notion auch: „Was fehlt in der Umgebung, das dieses Bedürfnis so oft auftreten lässt?“

Wenn ein Pferd ständige künstliche Anregung braucht, ist die Umgebung dann zu arm? Wenn ein Pferd strenge Fütterungskontrolle braucht, ist der Zugang zu Raufutter dann unnatürlich? Wenn sozialer Stress ständig ist, sind Raum oder Ressourcenverteilung dann falsch? Wenn der Körper geplante Bewegung braucht, um Stillstand auszugleichen, warum fehlt dann die gewöhnliche Bewegung?

Diese Fragen geben nicht dem Besitzer die Schuld. Sie weiten das Feld der Verantwortung.

Ausgleich ist kein Versagen

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