Was Pferde im menschlichen Körper deuten
Der menschliche Körper spricht, bevor die menschliche Hand eintrifft. Haltung, Atem, Muskelspannung, Blick, Winkel, Tempo und Rhythmus werden für ein Pferd allesamt zu Information. Ein Mensch mag sagen: „Ich war ruhig“, während der Körper Dringlichkeit sagt. Das Pferd wird eher dem Körper glauben.
Pferde haben sich als Deuter von Bewegung entwickelt. Im Herdenleben zählen kleine Veränderungen in Haltung, Ausrichtung und Energie. Hauspferde wenden diese Fähigkeit auf Menschen an, ob wir zu kommunizieren beabsichtigen oder nicht.
Der Körper als erste Botschaft
Bevor ein Mensch ein Pferd berührt, hat er bereits Signale gesendet. Ein direkter Augenfokus mag intensiv wirken. Zum Pferd hin ausgerichtete Schultern mögen den Raum verengen. Eine vorgelehnte Brust mag Verfolgung ankündigen. Ein angehaltener Atem mag Spannung offenbaren. Schnelle Schritte mögen den Druck erhöhen, selbst wenn die Stimme sanft ist.
Das Pferd muss die Absicht des Menschen nicht verstehen. Das Pferd deutet das Muster.
Deshalb ist „Ich habe nichts getan“ oft unzutreffend. Der Körper hat etwas getan.
Widerspruch erzeugt Verwirrung
Eine sanfte Stimme mit einem angespannten Körper ist keine sanfte Botschaft. Ein entspanntes Wort mit einer zugreifenden Hand ist keine entspannte Botschaft. Eine Person, die „braver Junge“ sagt, während sie den Atem anhält, sich vorlehnt und den Strick bereitmacht, sendet vielleicht widersprüchliche Information.
Manche Pferde übergehen den Widerspruch, indem sie stumpf werden. Manche werden ängstlich. Manche weichen aus. Manche fügen sich, während sie verspannt sind. Das Problem ist nicht, dass das Pferd zu empfindlich ist. Das Problem mag sein, dass das menschliche Signal in sich widersprüchlich ist.
Was Sie an sich selbst beobachten sollten
Beobachten Sie Ihre Schultern vor Ihren Händen. Beobachten Sie Ihre Füße vor Ihrer Stimme. Beobachten Sie, ob Sie in dem Augenblick zu atmen aufhören, in dem das Pferd zögert. Beobachten Sie, ob Sie genau auf den Körperteil schauen, den Sie ergreifen wollen. Beobachten Sie, ob Ihr Arm die Bewegung beginnt, bevor das Pferd die Nähe angenommen hat.